c/o Buchladen
"Rote Straße"
Nikolaikirchhof 7
37073 Göttingen
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Junge Linke

OrtHannover
E-Mailinfo@junge-linke.de
Websitehttp://www.junge-linke.de/

Krieg den Hütten - Paläste für alle
Unsere Organisation ist linksradikal. Dennoch hat sie mit vielen, die sich auch so nennen, wenig gemeinsam. Um den schlimmsten Mißverständnissen vorzubeugen, grenzen wir uns hier von ein paar Sachen ab. Das wird vielleicht klarer machen, was wir sind und wollen.

Mit der Feststellung, daß es "drei Unterdrückungen" (Kapitalismus, Sexismus, Rassismus) gebe, können wir wenig anfangen. Wir wollen nicht beschreiben, sondern erklären: Wie hängen z.B. politische Ökonomie, Geschlechterverhältnisse und Sortierung der Welt in Rassen und Völker zusammen? Daß Geschlechterverhältnisse, Rassen und Völker keine Naturtatsachen sind, setzen wir nicht als bekannt voraus - wollen wir aber klar machen. Daß es ganz schön viel Herrschaft und Unterdrückung gibt, wissen wir. Daß Opfer nicht die besseren Menschen sind, und schon gar nicht immer Recht haben, auch. Daß wir "Kämpfe" nicht schon deswegen toll finden, weil sie stattfinden, tun wir hiermit kund und zu wissen. Daß wir auch manchen Bewegungen die Daumen drücken, obgleich wir ihre theoretischen Voraussetzungen kritisieren, stimmt - soll hier aber nicht weiter ausgeführt werden. Die Berufung auf "Identität", "Authentizität" und "Tradition" ist ein Denk- und Kritikverbot, das mensch bleiben lassen sollte. Frauensein, Schwulsein etc. und die dazugehörigen Bewegungen halten wir für kein Argument. Den Stolz, einer unterdrückten Gruppe anzugehören, können wir nicht verstehen - weil er die Unterdrückung verklärt, aber nicht erklärt. Übrigens geht es uns weder um "Gleichberechtigung" noch um das "Recht auf Differenz". Uns passen die Sortierungen nicht - und das Ziel sind Verhältnisse, in denen einzelne ohne Angst verschieden sein können. Bruder Bär und Schwester Tomate sollten unsere Texte nicht lesen, weil wir uns - total diskriminierend - um Menschen kümmern. Kritik an kapitalistischer Benutzung von Mensch und Umwelt in Sachen Profit machen wir am Schaden für die Menschen und ihrer Erniedrigung fest. Auch wenn der Adel die geileren Feten gefeiert hat, erfreuen sich vorkapitalistische Zustände bei uns nur geringer Sympathie. Nein, wir wollen keine Welt vor sich hinkrebsender Dorfgemeinschaften. Undzwar nicht bloß, weil wir wissen, daß mensch aus dem Kapitalismus nicht austreten kann. Andere Verhältnisse sind kein Selbstverwirklichungsprojekt. Unsere Kritik am Kapitalismus ist auch nicht, daß einige Böse immer raffen, und die ehrlichen Mitmenschen immer schaffen. Den Antikapitalismus des linken Stammtischs, der überall böse Schmarotzer am Werk sieht, und überhaupt lauter Verschwörungen wittert, wird mensch hier nicht finden. Aber allerhand Argumente gegen diesen Dreck. Übrigens stört uns nicht das gute Leben der Herrschenden. Sondern daß Schampus und Seide nicht für alle weltweit stinknormal sind, obwohl das möglich wäre.

Daß wir nur meckern und kritisieren hat seinen guten Grund. Irgendwelche Utopien sind überhaupt kein Argument gegen das, was wirklich ist. Und die "Einheit der Linken", immer ein schönes Argument, warum Radikale die Klappe zu halten haben, geht uns nicht über alles. Sektiererisch ist übrigens, wer nicht mit uns zusammenarbeiten will, weil wir sie/ihn kritisiert haben - nicht wir, weil wir gegen das falsche Bewußtsein (nicht nur, aber eben auch) bei Linken agitieren.

Wer mehr wissen will, soll unsere Texte lesen.