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"Rote Straße"
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Destruktive Kritik

OrtMĂĽnster
E-Maildestruktiv@gmx.net
Websitehttps://destruktive-kritik.de/

destruktive kritik hat keinen guten Ruf. Kritik sollte doch aufbauend sein, konstruktiv, dem Kritisierten helfen, seine Sache besser zu machen. Wollen wir etwa nur kaputtmachen? Auf jeden Fall ist es nicht unser Programm, mit lauter gut gemeinten Vorschlägen zum Gelingen der Dinge beizutragen, die wir hier kritisieren. Soweit sind wir uns nämlich sicher: * der Zwang, dem alle „Arbeitnehmer“ – und alle, die es werden wollen müssen – unterliegen, nämlich sich mit Haut und Haaren den Anforderungen gemäß zu machen, die eine kapitalistische Wirtschaft an sie stellt, also den Großteil ihrer Lebenszeit und –kraft dafür aufzuwenden, überhaupt einen Arbeitsplatz zu ergattern, zu behalten, und auszufüllen, * die Existenznot, in die immer mehr Leute geraten, weil sie noch nicht mal so was beschissenes wie einen Arbeitsplatz finden, die pure Verelendung, die unter denen immer mehr um sich greift, die von der Marktwirtschaft als unbrauchbar aussortiert werden, * die Verseuchung aller Lebensmittel, von der Luft bis zum BSE-Fleisch, weil sie in dieser Gesellschaft gar keine Lebensmittel, sondern Geschäftsmittel sind, * das massenhafte Krepieren der Leute auf vier Fünfteln des Erdballs, in den Gegenden, wo eine weltweite kapitalistische Wirtschaft zwar keine Verwendung für die dort lebenden Menschen hat, "unsere" Staatsmänner aber trotzdem von ihnen verlangen, daß sie sich in ihre Rolle als Rohstofflieferanten zu fügen haben, das alles sind keine bedauerlichen Nebenwirkungen, keine „Probleme“, an denen unsere Politiker noch arbeiten müssen. Die Ursachen dafür sind auch * nicht bei der sog. „Globalisierung“, * nicht bei einem moralischen Defekt der Kapitalisten namens „Profitgier“, * nicht bei der korrupten und verantwortungslosen Politik und * schon gar nicht in der fehlenden Bereitschaft eines jeden, bei sich selber anzufangen mit der Verbesserung der Welt zu suchen. Sondern all das sind die notwendigen Folgen einer Wirtschaftsordnung, der sog. freien Marktwirtschaft, in der es eben um so was triviales wie die Versorgung der Leute gar nicht geht, sondern einzig und ausschließlich Vermehrung des angehäuften Kapitals ein gültiger gesellschaftlicher Zweck ist. Weil man dieses System nicht besser machen kann – im Gegenteil, es läuft uns schon viel zu gut! - haben wir auch keine Verbesserungsvorschläge, keine Wahlvorschläge, und keine Ideen für eine alternative Politik. Wir beharren ganz stur auf der Erkenntnis: Es liegt am System.